INFRASense: Entwicklung einer Softwareanwendung zur Qualitätsbestimmung kommunaler Radverkehrsanlagen auf Basis von Crowdsourcing-Daten

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OLDENBURG, 01.11.2021 Das Fahrrad ist nach wie vor eines der beliebtesten Verkehrsmittel der Oldenburger. Eine Umfrage aus 2020 unter über 1.100 Bürgerinnen und Bürgern hat ergeben, dass 42,7% aller Wege im Binnenverkehr in Oldenburg mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Damit erreicht der Radverkehrsanteil nahezu den des Kraftfahrzeugverkehrs, der bei 43,6% liegt.

Für eine nachhaltige Raumentwicklung des Radverkehrsnetzes ist der Ausbau der Fahrradinfrastruktur in Oldenburg unerlässlich. Um hierfür passgenaue Maßnahmen zu erarbeiten, werden verbesserte Kenntnisse über die Qualitäten des Radwegenetzes benötigt. Bislang bestehen keine Bewertungskriterien für Radverkehrsanlagen, die sowohl auf quantitativ messbaren Daten (z.B. Verlust- und Wartezeiten) als auch auf subjektiven Einschätzungen von Radfahrenden basieren. Somit könnte eine datenbasierte Qualitätsbestimmung Kommunen und Praktikern aus der Verkehrsplanung bei der Priorisierung von Fördermaßnahmen unterstützen, um so den Radverkehr in Oldenburg im Hinblick auf die Ziele des NRVP 3.0 optimal ausbauen zu können. 
Innovatives Förderprojekt zur Verbesserung der Radverkehrsanlagen
Mit INFRASense wird eine Datenanwendung entwickelt, um auf Basis von Crowdsourcing-Daten die Qualität von kommunalen Radverkehrsanlagen unter Einsatz von fortgeschrittenen Methoden der Data Science automatisiert bestimmen zu können. Die Daten werden in kommunale Geoinformationssysteme (GIS) exportiert und mit einer Webanwendung (Open Quality Monitor) öffentlich zur Diskussion gestellt. Mit dem Feedback der Radfahrenden wird die Qualitätsbewertung nutzergerecht optimiert. 

Um dieses Ziel zu erreichen, verknüpft INFRASense das Fachwissen von Verkehrsplanern (Planungsbüro VIA eG), Mobilitätsdienstleistern (baron mobility service GmbH), Hardware- (CoSynth GmbH & Co. KG) und Softwaredienstleistern (worldiety GmbH) sowie der universitären Forschung (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Abt. VLBA), um eine ganzheitliche Lösung zu entwickeln, zu evaluieren und in die Praxis zu überführen.
 
Das Projekt INFRASense wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt 1.195.290,75 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Das Verbundprojekt läuft von 01.11.2021 bis 31.10.2024.  
Entwickelte Sensortechnologie von ECOSense als Basis für INFRASense 
INFRASense baut auf den Ergebnissen des Projekts ECOSense auf und entwickelt die Sensortechnologie, die eine flexible Ausstattung von Fahrrädern ermöglicht, weiter. Diese wird in INFRASense für die Durchführung von vier Praxiserhebungen mit insgesamt 1.000 ProbandInnen in zwei Städten mit unterschiedlichen Profilen hinsichtlich Topografie und Radverkehrsführung eingesetzt.  

Die erhobenen Sensordaten werden dann automatisiert über eine speziell entwickelte Web-Applikation, den Open-Quality-Monitor, per Bluetooth ausgelesen, visualisiert und an ein spezifisch für INFRASense konzipiertes Datenmanagementsystem gesendet. Dort werden die Daten weiterverarbeitet und mit externen Daten der Verkehrsinfrastruktur angereichert. Mit Hilfe von maschinellem Lernen werden die erfassten Daten ausgewertet. Es erfolgt eine automatisierte Bewertung der Qualität einzelner Streckenabschnitte. Die Qualität der Ergebnisse wird anhand der Erkenntnisse der Datenanalysen zu Störfaktoren bei der Fahrradnutzung weiter verbessert.  

Die Radfahrenden können die Resultate der Bewertung zur Infrastrukturqualität im Open-Quality-Monitor einsehen und ebenfalls eine eigene Bewertung vornehmen, die zur Evaluation und Verbesserung der Modelle genutzt wird. 

Weitere Informationen finden sich hier.

Über das Förderprogramm mFUND des BMVI:

Im Rahmen des Förderprogramms mFUND unterstützt das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Innovationen für die Mobilität 4.0. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und die Bereitstellung von offenen Daten auf dem Portal mCLOUD. 
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Kontakt
Katharina Venohr
Tel.: 0441 559 770 20
E-Mail: katharina.venohr@worldiety.de 
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